Dienstag, 27. März 2012

Meine Reise, Part 2: Durch Guatemala

So, liebe Blogsuechtigen

Nachdem ich euch also in Antigua zurueckgelassen habe mit meiner Erzaehlung, ging es nach zwei entspannten Tagen weiter mit dem Minibus nach Semuc Champey. Leider sind diese Busse jedoch unglaublich unbequem und zudem hatte ich das Vergnuegen auf der Radkappe zu sitzen. Fuer 8 Stunden. Mit angewinkelten Beinen ohne Kopfstuetze. D'Ohh!

Naja, nach Dehnuebungen und Nackenstarremassage erreichten wir um Mitternacht die Zephyr Lodge in Lanquín, wo wir nicht ganz so begeistert empfangen wurden, jedoch in den Folgetagen ein unglaublich herrliches, fantastisch organisiertes Hostel vorfinden konnten. Dieses Hostel steht auf einer Huegelkante, wodurch man sowohl Sonnenauf- als auch Untergang sehen kann. Zudem werden sie ihrem Leitspruch "By travellers, for travellers" in jeder Hinsicht gerecht. Nun aber genug der Werbung!

Zephyr Lodge in Lanquín

Ausblick nach Norden...

...und der Sonnenuntergang hinter den Bergen

An naechsten Tag unternahmen wir eine Tour an die spektakulaeren Naturterrassen von Semuc Champey, wobei wir zuerst eine Stunde auf den Ruecklade eines collectivos durchgeschuettelt wurden. Stehend. Aber war sauglatt! Danach erkundeten wir nur mit Kerzen ausgestattet das Hoehlensystem von Semuc. Wir wateten, kletterten und schwammen (!) also zu Kerzenschein durch diese Hoehle, was unglaublich aufregend war. Highlight war das Erklettern eines Miniwasserfalls per Seil!



Die Naturterrassen von Semuc Champey

Nach praktisch 2 Stunden im Hoehlensystem gings wieder an die waermere Luft, wo wir uns im Fluss abkuehlen und von einer Bruecke springen konnten. Danach genossen wir die Aussicht ueber die Terrassen. Was fuer ein Ausblick! Nicht zu unrecht gilt dieser Platz als einer der schoensten in ganz Mittelamerika. Danach badeten wir in den gebildeten Seen, rutschten, sprangen oder kletterten von Terrasse zu Terrasse, bis wir dann ganz begeistert zurueck ins Hostel gefahren wurden und dort St.Patrick's Day mit reichlich Bier begossen! Der bisher beste und abenteuerlichste Tag der ganzen Reise!

Leider mussten wir am naechsten Tag weiter, wobei uns erneut eine lange Fahrt nach Tikal/El Remate brachte. Diesmal wurde es noch schlimmer mit der Konfortabilitaet. Nun sass ich auf einer Box. Nicht mal gepolstert. Kaum Beinfreiheit. Mit dem Ruecken zur Fahrtrichtung. Aber solche Busfahrten gehoeren hier wohl dazu!


Steg vor unserem Hotel Mon Ami am Lago de Petén Itzá

Am Abend konnten wir uns dafuer herrlich am See Petén Itzá abkuehlen, bevor es am naechsten Tag nach Tikal ging, um die spektakulaeren Maya-Ruinen mitten im Dschungel anzuschauen. Als wir am morgen dahin gekommen sind, war alles noch vom Nebel verhangen und man konnte nur langsam die Umrisse dieser faszinierenden Bauten sehen. Begleitet von Urwaldgeraueschen war dies ein eindrueckliches Momentum. Als die Sonne dann rauskam, konnte man die ganze Wucht dieser Pyramiden sehen. Quer im Urwald verteilt stehen bis zu 60 Meter hohe Tempel und ueberdauern schon beinahe 2000 Jahre. Wie die wohl gebaut wurden? Unglaublich!





So, damit endet vorerst mein Trip durch Guatemala, doch auch hier will ich unbedingt nochmals hin, um mir ein wenig mehr Zeit zu goennen, die Schaetze dieses Landes zu erkunden. Beim naechsten Blogbeitrag spielen dann Haie eine entscheidende Rolle.

Stay tuned, folks! ¡pura vida!

Ja, mich gibts noch: Meine Reise, Part 1: Von San Jose nach Antigua

Liebe Blogvermissende

Ja, ich lebe noch. Meine Blogabwesenheit in den letzten 3 Wochen war dadurch bedingt, dass Internet hier zwar vorhanden, der Zugang dazu aber in jedem Hostel hart umkaempft ist und langsame Blogger wie ich auf der untersten Stufe der Webzugangskette stehen.
Aber nun habe ich ein bisschen Zeit euch von den grossen Abenteuern der letzten drei Wochen zu erzaehlen. Wie man das ja heute in den Medien so macht, ist dies aber als Fortsetzungsblog konzipiert, ich will ja nicht gleich all mein tolles Bild- und Textmaterial verschiessen.

Also, es war einmal vor geraumer Zeit am 12.3., als ich in frueher Morgenstunde mit meinen mitreisenden Schweizer Maedels Franziska, Nadia und Melanie in San Jose in den TicaBus gestiegen bin und mich auf den weiten Weg Richtung Mexiko gemacht habe, um zwei Freunde aus der Schule (die in die Partnerschule nach Playa del Carmen gewechselt haben) zu besuchen und mit ihnen die Sonnenseite Yucatans zu geniessen.

Moi, Nadia und Franziska. Foto von Melanie


Wir fuhren also mit diesem Bus Richtung Nicaragua (juhuu, ein Stempel mehr im Pass) und ueberquerten nach etwas mehr als 4 Stunden die Grenze. Nach weiteren 2 Stunden Fahrt errreichten wir Granada, eine Stadt im Suedwesten Nicaraguas, die ihren kolonialen Stil beibehalten hat und deshalb als Mekka von Backpackern bekannt wurde. Und tatsaechlich: nach Costa Rica, welches nur mit Natur pur glaenzen konnte, war die Besichtigung einer schoenen Stadt wie eine Erloesung.

Die Kathedrale von Granada

Ueberdimensionales Kreuz vor der Kathedrale bei einsetzendem Sonnenuntergang

Haendlerin in den Strassen von Granada

Wir verbrachten 2 Tage hier, genossen die entspannte Atmosphaere und die einladenden Mojitos in den diversen Bars der Flaniermeile. Und wie bunt hier alles ist! Jedes Haus leuchtet in einer anderen Farbe, was anscheinend auch im Rest von Nicaragua sein soll. Ich bin jedenfalls hellauf begeistert und werde diese Stadt plus Umgebung mit meiner Schwester Martina dann im April nochmals hierherkommen, um auch die Isla Ometepe im Nicaraguasee (ein Suesswassersee, der eher wie ein Meer erscheint; der sooooo gross ist, dass man vom Ufer nur Wasser am Horizont sieht; in dem sogar eine Population Bullsharks lebt(!)) mit den zwei Vulkanen zu erkunden.


In Granada leuchtet praktische jede Haeuserfassade in bunten Farben

Hmmmm, Mojito-Happyhour

Moi am Nicaraguasee

Jedenfalls, nachdem der erste Eindruck von Nicaragua so positiv war, ging es leider nach diesen zwei Tagen weiter nach Managua, der Hauptstadt des Landes, wo wir nur uebernachteten, um in aller Fruehe den Bus nach San Salvador zu erwischen. Ein laaaanger Tag, welcher durch Honduras fuehrte (ohne Stopp) und uns dann am spaeten Nachmittag in San Salvador endete. Hier erwartete mich eine total andere Stadt als die bisher gesehenen: Laermig, dreckig, laut und voller Menschen erschien San Salvador wie eine typische Megacity in der dritten Welt, doch wenn man durch die engen Strassen mit den vielen kleinen Shopps auf der Seite geht und ein wenig in diesem Tohuwabohu eintaucht, entfaltet die Stadt doch einen eigentuemlichen Reiz.

Leben in den Strassen von San Salvador


Am naechsten Tag fuhren wir wieder um 5 Uhr los (zum dritten Mal innerhalb 4 Tagen!), um dann mittags schon in Guatemala City zu sein, wo wir jedoch nur umgestiegen sind und nach Antigua fuhren. Auch hier wurden wir von einer wunderschoenen Stadt empfangen, welche Erdbeben, Fluten und Vulkanausbrueche scheinbar stoisch hinnimmt und mit kolonialen Bauten (oder Ruinen), wunderschoener Landschaft (die Stadt ist von drei Vulkanen umgeben) die eher an gewisse Teile Europas erinnert, sowie mit Pflasterstein bestueckte, kleine Gaesschen die Touris in Guatemala wie Fliegen anzieht. Zu Recht.

Vulkan Pacaya im Hintergrund von Antigua

Ruinen der 1773 eingestuerzten Catedral de Santiago

Die bunten Busse sind ein Markenzeichen in Guatemala

Strassenverkaeuferinnen in Antigua

Ordensschwesterinnen vor dem lokalen Kloster

Somit endet der erste Teil meiner Reise in dieser entzueckenden Stadt im Westen Guatemalas. Weiter gehts dann mit abenteuerlichen Touren durch das bisher schoenste Land Mittelamerikas tief hinein ins Herz Guatemalas.

Stay tuned, folks! ¡pura vida!

Donnerstag, 8. März 2012

Babyschildkroeten freilassen in Montezuma, surfen und chillen in Santa Teresa

Dear all!

Schon wieder ist eine weitere Woche vergangen, in welcher ich die Gelegenheit hatte unglaublich viel zu erleben und zu sehen. Wie ja schon im letzten Blogeintrag erwaehnt, bin ich nach Montezuma gefahren, um hier zwei Freundinnen aus der Schule zu besuchen. Sie arbeiten als Voluntaerinnen bei einer Schildkroetenaufzuchtstation und sorgen so dafuer, dass die kleinen Racker 1) kontrolliert schluepfen und 2) nicht schon am Strand gefressen werden.

Deshalb war es mir natuerlich moeglich, selbst ein paar dieser Minischildkroetchen freizulassen. Ein unglaubliches Naturschauspiel! Woher wissen die kleinen nur, dass Sie sofort ins Wasser krabbeln muessen? Und dies nach 40 Tagen verbuddelt im Sand! Und 20 Jahre spaeter werden die Ueberlebenden (naja, zumindest eines von 1000) wieder genau an diesen Strand zurueckkehren und dann ihre Eier hier ablegen. Erstaunlich!




Nach drei Tagen in Montezuma fuhr ich dann mit dem Bus nach Santa Teresa, ein Surferoertchen etwas weiter westlich von Montezuma, wo ich weitere drei Tage mit chillen in der Haengematte, am Strand liegen und mit ersten Surfversuchen verbracht habe. Noch klappts nicht so ganz und selten stehe ich laenger als 3 Sekunden auf dem Brett, aber aller Anfang ist schwer. Welle 1 - Thomas 0, aber die Gelegenheit wird sicherlich kommen, dieses Verhaeltnis auszugleichen.



So: am Montag gehts los Richtung Mexiko mit Zwischenstopps in allen Laendern dazwischen, erwartet also ein paar traumhafte Eindruecke aus Mittelamerika!

Bis dann: stay tuned, folks! ipura vida!

Freitag, 2. März 2012

Corcovado: oder dort wo die Natur den Menschen besiegt

Liebe Leute in der fruehlingshaften Schweiz (oder wo auch immer)

Wie schon im letzten Blogpost kurz angesprochen, habe ich ja den ersten Teil meiner Reise schon hinter mir. Kurze Rekapitulation der letztwoechigen Ereignisse:

Ich habe mich ja entschieden, am letzten Freitag die Schule sausen zu lassen (nicht nur um das peinliche Abschiedsproedere zu umgehen), um moeglichst frueh den Bus von San Jose nach Puerto Jimenez - dem Tor zum Parque Nacional Corcovado - zu erwischen. Am Donnerstag habe ich noch mit meinen Freunden gross Abschied gefeiert und bin dann mit Paula gleich direkt um 5 Uhr mit dem Taxi an die Busstation gefahren, um zuerst 2 Stunden zu warten (never trust the bus timetables in Costa Rica!) und dann die naechsten 10 Stunden in einem engen Bus zu verbringen. War aber ganz ok, da wir sowieso die ganze Zeit durchgepennt oder zumindest durchgedoest haben.


Am Abend angekommen, trafen wir unseren Guide fuer die naechsten 3 Tage, gingen kurz was Essen, um danach rechtzeitig in unserem Backpacker schlafen zu gehen, da es am Samstag schon um 5.30 Uhr losgehen sollte. Tagwacht also um 5 Uhr, schnell Kaffee hineinschuetten, um danach im collectivo wie Vieh auf unplafonierter Strasse 2 Stunden durchgeschuettelt zu werden. Aber ein Abenteuer beginnt meist nicht mit Komfort und Luxus. Passt also schon!





Da wir am Samstag noch nicht in den Park konnten (dafuer benoetigst du eine Reservation der Lodge, die wir erst fuer SO und MO gekriegt haben), entdeckten wir Matapalo, ein ebenfalls bezaubender Ort mit vielen Wegen durch den Dschungel, mit Wasserlaeufen und -faellen, ueber Stock und Stein, mit Spinnen und Pfeilgiftfroeschen. Haben schon hier unglaublich viel Wildlife gesehen! Kapuzineraffen, Howlermonkeys, Faultiere, Tukane und diese unglaublich schoenen, blauen Schmetterlingen, die beinahe handgross sind. Awesome!








Am SO gings dann in den Park, was eine 7 Stunden Wanderung zur Sirena-Lodge bedeutete. Bei grosser Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit! Schweissgebadet (wusste gar nicht, dass soo viele Poren an meinem Koerper schwitzen konnten!) und mit schwerem Rucksack (u.a. mit Kleidern, Essen und Trinken fuer zwei Tage) wanderten wir entweder am Strand (zwar mit paradiesischer Aussicht und wunderbarem Meeresduft in der Nase, aber mit Wanderschuhen doch eher muehsam) oder durch den Urwald (meist mit schmalem Pfad). Und wir wanderten und wanderten. Ab und zu gabs eine Pause, wenn unser Guide William wieder irgendwo in den Bauemen die interessanteste Kreaturen entdeckt hatte. So sahen wir in diesen zwei Tagen unter anderem Krokodile (3m weg), dutzende Nasenbaeren, alle 4 Affenarten Costa Ricas, Tukane und rote Aras, ein Ameisenbaer mit Jungem auf dem Ruecken, ein Tapir in Griffnaehe, ein Tyra (Raubkatzenart, von der ich noch NIE gehoert habe) undundund! Es ist kaum vorstellbar, wie es sich anfuehlt, diese Tiere in der freien Wildbahn so nahe zu beobachten!
Hier ein paar Impressionen:

Nach zwei Tagen wandern waren wir jedoch recht zerstoert und wollten nur noch relaxen. Was wir dann auch nach der Ueberfahrt per Boot durch den Golfo Dulce nach Golfito gemacht haben. Dann musste ich mich leider von Paula trennen, da sie nach Panama weiterreist, waehrend ich ja nach Norden gehe. In Puerto Jimenez haben wir jedoch Kyle kennengelernt, ein Kanadier aus Nanaimo, mit welchem ich dann (mit Busanschlussproblemen) nach Dominical weitergereist bin, wo wir mit 4 weiteren Kanadiern eine tolle Suite mit Meerblick gleich ueber einer Bar fuer 10 Dollar (!) mieten konnten. Dominical besteht aus nicht viel mehr als ein paar Haeusern direkt am Strand mit vielen Palmen dazwischen und zieht Surfer und Trend-Hippies gleichermassen an - speziell dieses Wochenende, da hier ein Elektronikmusikfestival stattfindet. So konnte ich am Mittwoch einen tollen Abend mit unglaublich gutem Vibe erleben, viele interessante Menschen (v.a. Kanadier scheinen die Pazifikkueste momentan unter Kontrolle zu haben) kennen lernen und mich dann fuer die Weiterfahrt nach Montezuma vorbereiten.

Hier bin ich vor ungefaehr 3 Stunden angekommen und werde hier in den naechsten Tagen meinen Freunden Ronja und Madeleine ein bisschen ueber die Schulter schauen. Beide arbeiten hier als Voluntaere fuer die Tortuga-Hatchery, was es mir dann wohl ermoeglicht, einen dieser kleinen Racker selbst aus dem Schildkroetennest zu befreien und auf seine lange Reise ins Meer zu schicken. Wird sicher superspannend!

Also, das wars mal wieder mit dem geplanten Kurzblog, ich hoffe, ihr seit dabei nicht eingeschlafen und habt das Ding nicht ausgedruckt. Dafuer haette ja mindestens ein ganzer Baum gefaellt werden muessen ;)

Stay tuned, folks! ipura vida!