Mittwoch, 6. Juni 2012

Last Station Bogota


Liebe Blogverfolger

Der Zeitpunkt ist gekommen, mein letzter Blogbeitrag liegt vor euch.
Wie schon erwaehnt bin ich ja zum Abschluss meiner Kolumbien-Reise noch nach Bogota gefahren, um mir auch die Hauptstadt anzusehen. Dafuer blieben mir gut 3 Tage, da ich ein wenig laenger als geplant in Medellin geblieben bin. Jedenfalls nahm ich am Samtagmittag den Bus, fuhr 10 Stunden lang durch die Huegellandschaft Kolumbiens und erreichte Bogota um etwa 21.30. Ich checkte ein im Hostel und wurde gleich dazu ueberredet, den Partybus zu besteigen und die Nachtclubs der Zona Rosa zu entdecken. Gesagt, getan und schon war ich mit einer Horde Backpackern am Feiern.

Neben dieser Partynacht wollte ich mich aber auch ein wenig in der Stadt umsehen und die Museen besuchen. So verbrachte ich interessante Stunden im Goldmuseum, wo wirklich alles Gold ist was glaenzt, durchstreifte den Plaza Bolivar und die nahe gelegene Zone La Candelaria mit ihren interessanten Haeusern und fand viele kreative Graffitis, was hier beinahe zum Standard fuer aeltere Haeuserfassaden gehoert. Dabei fror ich regelmaessig, denn Bogota liegt auf beinahe 3000 Metern und ist doch ein Spuerchen kaelter als die gute alte Karibikkueste.

Goooooold!



Plaza Bolivar







Daneben traf ich meine kolumbianische Freundin Diana wieder, welche ich in Santa Marta kennengelernt hatte, ging mit ihr ins Andres Carne de Res essen, ein Monstrum von einem Steakhouse, 3 Stockwerke, eine 60-Seiten (!) unfassende Speisekarte plus obligatorischer Salsa-Einlage inkl Kroenchen und Scherpe fuer den erfolgten Tanz mit einer Animateurin. Hier bezahlt man nicht nur fuers Essen, doch nach 5 Monaten war ein saftiges Pfeffersteak medium-rare definitiv an der Zeit. Mit solcher Begleitung sowieso :)





So, folks, damit schliesst dieser Blog mit der Erkenntnis, dass ich hier wohl die intensivsten, abenteuerlichsten, abwechslungsreichsten und schoensten 5 Monate meines Lebens verbringen durfte und nun mit einem prall gefuellten Korb Erinnerungen und Erlebnissen nach Hause zurueckkehre. Mittelamerika und Kolumbien haben mir 5 Monate eine wunderbare Zeit geschenkt und ich kann es kaum erwarten, irgendwann wieder einmal in diesen Teil der Welt zurueckzukehren.

ipura vida!

Montag, 4. Juni 2012

Auf Pablo Escobars Spuren

Freunde des gepflegten Bloggings,
Nach meinem Buddy-Break-Up fuhr ich also nach Medellin fuer einige Tage. Dort checkte ich im Hostel Black Sheep ein, ein von einem Neuseelaender gefuehrtes Haus, in welchem ich mich sofort wohl gefuehlt habe und gleich neue Freunde fand. Mit den Amerikanern Kevin und Jasmine hatte ich also einen Buddyersatz fuer meine Medellin-Tage gefunden.

Der Name Medellin evoziert natuerlich zuerst mal Kokain und Mord, denn Druglord Pablo Escobar fuehrte das gefuerchtete Medellin-Kartell Ende der 80er/Anfangs der 90er in einen Krieg gegen Staat, andere Drogenkartelle, Paramilitaer und CIA - also so ziemlich jeden. Medellin war die Stadt mit der hoechsten Mordrate der Welt - heute jedoch zeigt sich die Metropole in einem voellig neuen Licht.

Dank ganzjaehrig fruehlingshaften Temperaturen, vielen Parks, einem ausgekluegelten Verkehrssystem (was so ziemlich alle anderen von mir besuchten Staedte in Mittelamerika nicht haben) und einer Zona Rosa, Ausgehviertel, welches am Weekend jeweils die Massen anlockt.

Die Stadt hat mir sehr gut gefallen und neben Kultur (Botero-Park), Erholung (Botanischer Garten), Aktivitaet (Wandern im ueber der Stadt gelegenen Nationalpark, welcher per Gondelbahn erreicht werden kann) und Party (siehe Zona Rosa) genoss ich es, nochmals richtig Sonne tanken zu koennen, denn Bogota soll schweinekalt sein.

Plaza Botero
Eine von vielen Botero-Skulpturen in Medellin

Jesus, Boterostyle

Hauptquartier des Medellinkartells. Steht heute leer. Escobar-Haeuser sind uebrigens immer weiss.
Das Haus, in welchem er erschossen wurde

Und hier liegt er nun, der Pablo

Neben Medellin besuchte ich auch Guatape, eine Kleinstadt, welche an einem kuenstlich geschaffenen See liegt. Dieser See sollte urspruenglich als Staudamm dienen, was aber nie vollendet wurde. So wurde ein huegeliges Gebiet geflutet, aus welchem nun viele kleine und groessere Inseln herausragen. Perfekt, dass sich in mitten dieser Landschaft ein Monolith befindet, der beklettert werden kann und somit ein idealer Fotopunkt darstellt. Aber seht selbst.




Inmitten dieser Landschaft steht dieser Monolith. 650 Stufen fuehren da hoch. Uff!

Farbenfrohe Kleinstadt Guatape

So, damit bin ich beinahe am Ende dieser Reise angelangt. Noch 3 Tage Bogota und dann fliege ich zurueck nach San Jose und dann am 7ten weiter nach New York. Mein naechster Blogeintrag wird also der letzte sein. Schnueff. Nie mehr stundenlang vor jedem verfuegbaren PC sitzen, Bilder hochladen und Texte schreiben. Ach, bloggen, ich werde dich vermissen!

Aber noch ist nicht aller Tage Abend, deshalb, stay tuned folks!¡pura vida!

Sonntag, 3. Juni 2012

Fliegen ueber Bucaramanga

Liebe Leute

Meine Reisezeit neigt sich langsam und unwillkuerlich dem Ende zu. Hoechste Zeit also, um noch nicht Erlebtes zu erleben und von meiner Things-to-Do-in-your-Life-Liste abzuhaekeln. Jason, Rob und ich waren ja nach Santa Marta auf den Nachtbus gesprungen, um ins Landesinnere nach Bucaramanga, 5tgroesste Stadt Kolumbiens und Hauptort der Provinz Santander (so, genug Geographie) zu fahren. Dort verbrachten wir mein zweitletztes Wochenende in Mittel-/Suedamerika.

Der Ort selbst ist wenig spektakulaer und hat fuer Touris kaum was zu bieten, weshalb gerade mal ein Hostel existiert - und sich auch dann nur wenige Backpacker nach Bucaramanga verirren. Jedoch ist die Stadt bekannt fuer ihre schoenen Frauen (die Schoensten in Kolumbien und das will was heissen!) - und fuer perfekte Bedingungen, um in die Luefte abzuheben. Bucaramanga ist die Hauptstadt fuer Paraglider in Kolumbien.

Klar liessen wir uns das nicht entgehen - wer kann schon nein sagen zu einem Preis von gut 30 Franken fuer 20 Minuten Flug. Also los, Tandemsprung gebucht, mit dem Van auf einen Huegel ausserhalb der Stadt gekarrt, angeseilt, Kamera ready und schon war ich in der Luft!







War ein sagenhaftes Erlebnis, wie ich fliegend ueber die gruene Landschaft schwebte! Natuerlich mussten einige artistische Pirouetten noch sein, damit mein Adrenalinspiegel auch ein wenig hoch geht, denn vor dem Flug war ich ueberraschend ruhig und verspuerte keine Nervositaet.

Mit diesem Wochenende neigt sich meine Reisezeit mit den zwei Iren zu Ende, Rob fliegt nach Hause und Jason geht nach Bogota - ich hingegen begebe mich in die einstmals gefaehrlichste Stadt der Welt - nach Medellín - und schaue, welche Spuren von Pablo Escobar noch vorhanden sind.

Also, stay tuned, folks! ¡pura vida!